Wie versprochen machten wir uns "zeitnah" auf den Weg zu Jonas:
Fast schon alte Bekannte - das Brutpaar kurz vor Dannefeld.
Jonas, wir kommen!
Ostern kann auch kommen - vorausgesetzt, dass hier Osterfeuer in diesem Jahr erlaubt sind.
Die beiden mögen sich:
Eigentlich haben wir nichts anderes erwartet - ein leerer Horst, weit und breit kein Jonas zu sehen.
Also machten wir uns, wie alle Jahre, auf die Suche. Ohne aktuelle GPS-Daten, die berühmte Suche der Stecknadel im Heuhaufen.
Aber unsere Hartnäckigkeit hat sich gelohnt, wir haben natürlich die Stecknadel gefunden: Zwar nur in weiter Ferne, aber mit großer Vergrößerung eindeutig erkennbar: Jonas!
Schließlich flog er auf, in Richtung Horst.
Jonas auf seinem Horst, so wie es sich gehört. Jetzt fehlt nur noch seine Partnerin.
Aber vorher sollte er den Rasenmäher schwingen. Doch den Eindruck machte er nicht auf uns. Vielleicht ist das bei Störchen auch Frauensache.
Noch zur Information: Den beringten und besenderten Kindern von Jonas aus dem Vorjahr scheint es gut zu gehen. Sie melden sich unregelmäßig, werden aber in diesem Jahr bestimmt nicht nach Deutschland zurückkehren.
Von Leon gibt es leider weiterhin kein Lebenszeichen. Einzige Hoffnung, sein Sender funktioniert nicht mehr. Wir werden auf jeden Fall in Derwitz nachschauen, ob er zurückgekommen ist.
Jonas kann sich offensichtlich noch nicht so richtig entscheiden, wo er in diesem Jahr für Nachwuchs sorgen will. Er hat seit seiner Ankunft im Drömling alle 3 in den vergangenen Jahren benutzten Horste begutachtet:
Horst #3: Bei seiner Ankunft flog er gleich zu dem Horst, auf dem er 2020 gebrütet hat. Von dort haben wir auch unseren ersten Bericht gemacht.
Horst #2: Dann machte er eine kurze Stippvisite, zu dem Horst, auf dem er 2019 gebrütet hat:
Horst #1: Und nun hält er sich dort auf, wo er bis 2018 gebrütet hat. 2019 wurde Jonas nach seiner Ankunft am Horst von einem Rivalen vertrieben, der inzwischen das Nest für sich beanspruchte.
Nun die spannende Frage, wie das in diesem Jahr ausgeht. Leider ist es für uns etwas zu weit weg, um öfters "nach dem Rechten zu schauen" - immerhin ist es ein kompletter Tagesausflug über 500 km. Aber wir werden trotzdem versuchen, ab und zu von dort zu berichten.
Bis zum 06.04.2021 blieb Jonas auf seinem "alten" Horst #1. Dann zog es ihm wieder zu seinem letztjährigen Horst #3. Wir vermuteten, dass die Brutstörche vom vorigen Jahr Jonas wieder vertrieben haben. Aber das wollten wir uns doch lieber vor Ort anschauen.
Hier sein Bewegungsprofil von 29.03.2021 - 11.04.2021
Also auf zum Drömling. Da es fast auf dem Weg liegt, machten wir einen kleinen Umweg nach Derwitz. Es könnte ja sein, dass nur Leons Sender defekt ist und wir ihn wohlbehalten antreffen - zwar sehr unwahrscheinlich, aber "die Hoffnung stirbt zuletzt".
Auf seinem alten Horst trafen wir das Brutpaar aus dem Vorjahr an, das mit seiner Gefiederpflege keine Notiz von uns nahm. Der Horst von Leon war wie befürchtet leer.
Den Horst #1 fanden wir leer vor. Weit und breit kein Rivale der Jonas vertrieben hat. Dank aktueller GPS-Daten wussten wir, dass er zeitnah von seinem letztjährigen Horst gesendet hat. Also nichts wie hin. Tatsächlich war der Horst besetzt.
Aber mit wen?
Er tat uns den Gefallen und "outete" sich. Auch ohne den Sender zu sehen, es war Jonas.
Er freute sich sogar uns zu sehen - dachten wir.
Aber es war wohl eher wegen seiner Partnerin die im Anflug war.
Dann ging alles schnell, aber dafür ausgiebig.
Wir wollten die beiden nicht länger stören und machten uns auf den Heimweg und trafen noch einen Artgenossen bei der erfolgreichen Futtersuche.
Der Rotmilan war ein würdiger Abschluss einer fast erfolgreichen Fahrt.
Nächstes Wochenende fahren wir dann noch einmal nach Derwitz. Wie heißt es doch so schön: Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Aber auch ohne Leon würden wir von dort des Öfteren berichten. Fahrten zu Jonas werden wir allerdings erst dann wieder unternehmen, wenn seine Youngsters über den den Nestrand schauen können.
Kurzbericht von einer unseren trostlosesten Storchentouren.
In Derwitz wurden wir von diesem nassen, dreckigen und traurig dreinschauenden "Weißstorch" empfangen. Auf seinem Horst konnte man die Brutstörchin nur erahnen.
Weiter ging es zu unserem eigentlichen Ziel, dem letztjährigen Horst von unserem Senderstorch Leon. Er hatte sich ja seit Dezember des vorigen Jahres nicht mehr gemeldet, und jetzt scheint es zur Gewissheit zu werden: Senderstorch Leon ist tot.
Sein Horst ein Bild des Jammers. Auch von seiner Partnerin keine Spur.
Ja, und damit könnte eigentlich der Bericht enden. Aber wir machten noch unsere übliche Runde, hier die fotografische "Ausbeute":
Beenden wollen wir den Bericht so, wie wir ihn begonnen haben, mit einem jetzt etwas weißeren Weißstorch.
Ähnlichkeiten mit unserem Bericht von voriger Woche lassen sich nicht leugnen:
Gleiche Stelle, gleicher Vogel, nur weißer und trockener:
Die Partnerin auf seinem Horst ist eifrig am Brüten - hier das "Standardfoto" von brütenden Weißstörchen:
Auf dem Horst von Leon dann dieser einerseits erfreuliche, andererseits traurige Anblick: Leons Partnerin aus dem Vorjahr ist angekommen und wartet auf ihn.
Wir machten uns wieder auf unsere Rundtour - hier ein paar "Frustbilder" davon:
Mittagspause.
Zurück in Derwitz wurden wir für unsere Mühen belohnt: Das Brutpaar stehend auf seinem Horst - bei Sonnenschein!!!
Und Abflug von einem der Brutstörche,...
... und wir hinterher. Ortskundig wie wir sind, fanden wir ihn auch sofort bei der Futtersuche.
Und wieder ein Jahresabschlussbericht, diesmal aus Derwitz.
Der Anblick von dem leeren Horst auf dem früher Leon für Nachwuchs gesorgt hatte, war trostlos. Das Paar, das wir noch auf unserem letzten Besuch antrafen, hat es offenbar verlassen. Warum, konnten wir leider nicht in Erfahrung bringen.
Auf dem zweiten Horst, wo Leon im vorigen Jahr zum ersten Mal seßhaft war, trafen wir wenigstens einen Altstorch an. Nach brüten oder Küken aufziehen sah es hier allerdings auch nicht aus.
Erst als sich ein anderer Storch dem Horst näherte, kam "Leben in die Bude".
Der Partner kam auch auf den Horst geflogen und beide "begrüßten" den Überflieger.
Dann kehrte Ruhe ein. Auf dem Horst konnten wir beim besten Willen keine Eier oder Küken entdecken.
Da keiner der Störche beringt war, müssen wie unsere letzte Hoffnung, Leon mit einem defekten Sender doch noch anzutreffen, endgültig aufgeben.
Bleibt also nur noch übrig ein paar zwar nicht vogelfreie aber storchenfreie Bilder zu zeigen.
Gestern besuchten wir mal wieder Senderstorch Jonas und seine Familie im Drömling. Schließlich müssten die Küken nun schon über den Nestrand gucken können. Und tatsächlich: Drei Küken konnten wir sehen .
Leider gibt es aus Zeitgründen jetzt nur eine Kurzfassung des Berichtes - wird aber baldmöglichst vervollständigt.
Störchin und die drei Kleinen.
Jonas kommt aufs Nest geflogen.
Jonas versorgt die Kleinen, während die Storchenmama sich bereit zum Abflug macht.
Noch ein kurzer Blick hinterher ... bevor es mit der Fütterung der Kleinen weitergeht.
Zur Beruhigung aller Storchenfreunde möchten wir noch darauf hinweisen, dass zum Schutz der Störche alle Aufnahmen aus sicherer Entfernung mit einem 600er-Tele aus unserem neuen "Tarnzelt" heraus aufgenommen wurden !
Am 08.08.2021 startete Jonas zur Mission "Winterquartier 2021/22". Für uns gleichzeitig der Start zur Berichterstattung. Leider zum ersten Mal nur von ihm - Senderstorch Leon hat ja offensichtlich den Flug ins Winterquartier 2020/21 nicht überlebt. Am 23.12.2020 konnten von ihm die letzten Funksignale empfangen werden. Die Hoffnung, dass nur sein Sender kaputt sei, erfüllte sich leider nicht, er kam nicht wieder nach Derwitz zurück.
14.08.2021 Jonas hat über seine altbewährte Route die Slowakei erreicht.
Schlechte Nachricht für alle Istanbuler*innen - Sie werden Jonas wahrscheinlich leider nicht auf seinem Flug ins Winterquartier beobachten können. Wir leider auch nicht .
Guten Flug über das Mamarameer, wünschen alle Storchenfans.