alle großen Herbsteinsätze sind jetzt abgeschlossen. Zum Schluss liefen noch die Vogelschutzcamps in Norditalien, auf Malta und Zypern
Zypern: 60 Wilderer überführt Seit Anfang September haben 16 Natur- und Tierfreunde aus ganz Europa an unserem Vogelschutzcamp auf der Mittelmeerinsel teilgenommen - nun ist der Einsatz abgeschlossen. Die Ergebnisse könne sich sehen lassen: Insgesamt haben Polizei und Jagdaufsicht aufgrund unserer Hinweise 60 Wilderer überführt. Bei ihnen wurden 1.882 Leimruten, 87 Fangnetze und 128 elektronische Lockanlagen beschlagnahmt. Aus Fallen und Netzen konnten wir 573 Vögel unversehrt befreien - überwiegend Grasmücken, Schnäpper, Rohrsänger und Rotschwänze, aber auch Pirole, Zwerg- und Waldohreulen und sogar einen Flughund.
Malta: Prominenter Wilderer verurteilt Die Abschlusszahlen zum Malta-Einsatz liegen noch nicht komplett vor. Aber allein während der Finkenfang-Saison seit dem 20 Oktober haben unsere Teams 30 Wilderer auf frischer Tat erwischt. 45 große Klappnetzanlagen und 368 lebende Finken und Drosseln wurden beschlagnahmt.
Außerdem hat das Strafgericht in Valletta vorgestern einen Mann wegen des verbotenen Fangs geschützter Finken zu einer Geldstrafe von 1.200 Euro verurteilt. Wie das Nachrichtenportal TheShiftNews meldet, handelt es sich bei dem Wilderer um einen engen Vertrauten und Mitarbeiter von Außenminister Ian Borg! Den Artikel lesen Sie hier: https://theshiftnews.com/2022/11/23/ian-...PHWP4yYLR55imcI
Brescia: 695 Netze und Fallen eingesammelt Unser Vogelschutzcamp im norditaliensichen Brescia ist ebenfalls abgeschlossen. Seit Anfang Oktober haben insgesamt 38 Teilnehmer aus ganz Europa das riesige Areal zwischen Iseeosee und Gardasee abgesucht und dabei Dutzende aktive Fangstellen gefunden. Die Polizei konnte aufgrund unserer Hinweise 41 Wilderer überführen. Bei ihnen wurden 273 Schlagfallen, 269 Bogenfallen, 12 Leimruten, 2 Schlagnetze und 39 Stellnetze gefunden, dazu kommen 7 Flinten, fast 200 Schuss Munition und 366 lebende Lockvögel (vor allem Feldlerchen und Singdrosseln).
Vogelfang in Frankreich bleibt verboten! Das höchste französische Verwaltungsgericht hat am 23.11.2022 sich nach einer Klage unseres französischen Partnerverbands LPO und von OneVoice erneut gegen den Vogelfang ausgesprochen. Die Macron-Regierung wollte entgegen geltendem EU-Recht den Fang von über 100.000 Zugvögeln erlauben. Es ging um den Fang von Lerchen mit Schlagfallen, von Kiebitzen mit Schlagnetzen und von brutalen Rosshaarschlingen für den Drosselfang. Das Komitee gegen den Vogelmord hat seit Mitte der 1990er Jahre für ein Ende des Vogelfangs in Frankreich gekämpft - hoffentlich ist mit dem neuerlichen Urteil nun ein Schlussstrich gezogen!
Und das Komitee gegen den Vogelmord hat auf seinem YouTube-Kanal ein beeindruckendes Video zu seiner Arbeit gegen den illegalen Singvogelfang mit Netzen in der libanesischen Bekaa-Ebene veröffentlich: https://www.youtube.com/watch?v=L8vobcNEeB4 Wie heißt es so schön? „Nach dem Einsatz ist vor dem Einsatz“: Übernächste Woche beginnt bereits die Kontrolle des Goldregenpfeiferfangs auf Malta und Mitte Dezember das Wintercamp auf Zypern. Auch die Aktionen gegen die illegale Wasservogeljagd im Podelta stehen noch bevor. Aktuelles finden Sie wie immer auf unserer Internetseite www.komitee.de
Viele Grüße aus Bonn Alexander Heyd und das ganze Komitee-Team
Viele Grüße von Brit
Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
Liebe Natur- und Tierfreunde, der Januar gehört zu den besonders ruhigen Monaten bei uns. Die meisten Zugvögel sind samt und sonders nicht auf dem Kontinent, bis auf die Netze für überwinternde Drosseln auf Zypern ruhen alle „Fangtraditionen“ in dieser Zeit. Und dennoch ist in den ersten Wochen des Jahres schon wieder einiges passiert:
Zwischenbericht vom Vogelschutzcamp auf Zypern Das einzige aktuell laufende Vogelschutzcamp ist unser Wintereinsatz auf Zypern. Schon seit Mitte Dezember sind zwei Teams auf der Mittelmeerinsel aktiv. Der Vogelfang im Winter ist aufgrund unserer Arbeit inzwischen fast völlig eingebrochen – lediglich 2 Netze konnten bislang abgebaut werden (zum Vergleich: Im Winter 2017/18 waren es 137 Netze!). Nicht abgenommen hat dagegen die Vogeljagd: 62 Fälle von illegaler Jagd wurden festgestellt, 9 Täter von der Jagdaufsicht überführt. Sie hatten entweder geschützte Vögel wie Wiesenpieper, Bachstelzen und Grauammern geschossen oder elektronische Lockgeräte für die Lerchenjagd verwendet.
Brüssel verklagt Malta wegen umstrittenen Finkenfang Wie die Tageszeitung MaltaToday berichtet, hat die Europäische Kommission gegen Malta letzte Woche eine weitere Klage wegen Verstoß gegen die Vogelschutzrichtlinie beim Europäischen Gerichtshof eingereicht. Gegenstand ist die Freigabe des Fangs von sieben Finkenarten mit Klappnetzen im Herbst. Der Gerichtshof hatte bereits im Jahr 2018 festgestellt, dass diese Praxis gegen EU-Recht verstößt und Malta wegen dieser Praxis rechtskräftig verurteilt. Um das Urteil zu umgehen, wurde der Vogelfang von der Regierung in Valletta kurzerhand zu einer wissenschaftlichen Tätigkeit umetikettiert und tausende Vogelfänger über Nacht zu „Vogelforschern“ ernannt.
Greifvogelverfolgung in Deutschland – Urteil gegen Giftleger Am 10. Januar wurde dem Komitee ein Bussard gemeldet, der auf dem Grundstück eines Geflügelhalters in Münster (Nordrhein-Westfalen) in ein Schlageisen geraten war. Die von uns alarmierte Polizei hat einen Tatverdächtigen auf dem betroffenen Grundstück angetroffen, der Vogel musste leider eingeschläfert werden. In einem anderen Fall aus dem Jahr 2021 wurde ein Taubenhalter vom Amtsgericht Kleve zur Zahlung von 4.000 € Geldstrafe verurteilt. Er hatte einen Giftköder vor seinem Taubenschlag ausgelegt und damit einen Bussard getötete. Der Mann ist ein Wiederholungstäter, den das Komitee vor einigen Jahren mit einem Habichtfangkorb erwischt hatte. Obwohl Vergiftung die am weitesten verbreitete Methode illegaler Greifvogelverfolgung in Deutschland ist, handelt sich erst um den 3. Fall, in dem ein Giftleger überhaupt verurteilt wurde.
Niedersachen - Singvögel, Vogelfallen und Tier-Trophäen beschlagnahmt Polizei und Naturschutzbehörden sind im Landkreis Schaumburg (Niedersachsen) gegen einen mutmaßlichen Tierhändler und Vogelfänger vorgegangen. Bei einer Kontrolle in der Gemeinde Haste wurden auf dem Grundstück des Beschuldigten mehrere Fallen und Netze für den Vogelfang sowie zahlreiche lebende Singvögel und mehr als 50 gefrorene und ausgestopfte Vögel sichergestellt. Ins Visier der Behörden geriet der Mann nach einer Anzeige des Komitees. Unsere Pressemeldung lesen Sie hier: https://www.komitee.de/de/aktuelles/pres...n-lower-saxony/
Neues Komitee-Video: Greifvogeljagd im Libanon Im Oktober letzten Jahres war ein Komitee-Team während des Hauptdurchzugs von Greifvögeln im nordlibanesischen Distrikt Danniyeh im Einsatz. Das Gebiet ist als Engpass für Zugvögel bekannt und einer der Wilderei-Schwerpunkträume im gesamten Norden des Landes. Während der Dokumentation über das Ausmaß der illegalen Nachtjagd auf Wachtelkönige und Ziegenmelker konnte unser Team auch die Jagd auf geschützte Wespenbussarde feststellen. Das Video dazu (auf Englisch) können Sie auf unserem YouTube-kanal ansehen: https://www.youtube.com/watch?v=1sKBEdGGZMc
Für uns stehen nun die Frühlingseinsätze fast vor der Tür – bereits in 5 Wochen geht es auf Malta los!
Viele Grüße aus Bonn, Alexander Heyd
Viele Grüße von Brit
Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
Liebe Natur- und Tierfreunde, der Frühling steht vor der Tür und die Zugvögel sind auf dem Heimweg – wie immer ruft der Vogelzug auch Wilderer auf den Plan, überall im Mittelmeerraum werden nun die Fangstellen präpariert. Das Komitee gegen den Vogelmord startet an diesem Wochenende seine Frühlings-Vogelschutzcamps.
Start der Frühlings-Vogelschutzcamps Den Anfang macht Malta, wo wir gegen den illegalen Finkenfang mit Schlagnetzen vorgehen werden und später die Passage von Großvögeln überwachen. Weiter geht es mit unserem Libanon-Einsatz, auf dem der Schutz von Störchen und Greifvögeln auf dem Programm steht, es folgen Aktionen auf Zypern, in Frankreich, Süditalien und Griechenland. Insgesamt werden wir bis Mitte Mai 11 Einsätze durchführen und erwarten dabei etwa 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei unseren Aktionen gegen die illegale Frühlingsjagd und den Vogelfang.
Einsatz auf Sardinien abgeschlossen – 2 Wilderer überführt und 480 Fallen sichergestellt In den letzten drei Wochen waren Komitee-Teams in den Wäldern rund um die sardische Hauptstadt Cagliari im Einsatz und haben nach Fangstellen für Drosseln gesucht. Die Hügel im Süden der Mittelmeerinsel sind ein bedeutendes Überwinterungsgebiet mittel- und nordeuropäischer Zugvögel. Wilderer stellen den Tieren hier traditionell mit Rosshaarschlingen nach, die in Büschen und auf dem Boden postiert werden und die Vögel – mit Erdbeerbaumfrüchten angelockt – strangulieren. Während unseres Einsatzes wurden 480 Schlingen und ein Fangnetz gefunden. Zwei Täter wurden aufgrund unserer Hinweise von der Polizei überführt – bei einer Hausdurchsuchung konnten 49 gerupfte und tiefgefrorene Vögel sichergestellt werden.
Winter-Vogelschutzcamp auf Zypern beendet – 14 Wilderer geschnappt Seit dem 8. Dezember waren 15 Aktive aus fünf verschiedenen Ländern auf Zypern im Einsatz, um gegen Netze und Abschüsse von geschützten Arten vorzugehen. Unsere Teams konnten während des Einsatzes 14 Wilderer überführen, 4 große Netze und 12 elektronische Lockgeräte gemeinsam mit den Polizeieinheiten beschlagnahmen. Die große Mehrheit der überführten Wilderer geht auf Zugvogeljäger zurück, die entweder geschützte Arten unter Beschuss genommen oder illegale elektronische Lockgeräte verwendet hatten. Der Einsatz war so ruhig wie noch nie. Der Grund liegt einerseits an unserem jahrelangen Engagement auf der Mittelmeerinsel, aber auch an der warmen Witterung, durch die viele Vögel erst gar nicht bis nach Zypern ziehen.
Greenpeace-Magazin berichtet über das Vogelschutzcamp in Norditalien In der aktuellen Ausgabe des Greenpeace-Magazins (Nr. 2.23) mit dem Schwerpunkt „Vögel“ wird über die langjährige Arbeit des Komitees für einen besseren Vogelschutz in der norditalienischen Provinz Brescia berichtet. Journalisten haben unsere Teams im vergangenen Herbst für mehrere Tage begleitet und Interviews geführt. Die kostenpflichtige Ausgabe mit dem Artikel finden Sie hier: https://www.greenpeace-magazin.de/magazin/voegel
Unterstützen Sie unsere Arbeit für einen besseren Zugvogelschutz mit einer Spende Wir geben den Zugvögeln nicht nur eine Stimme – wir geben ihnen auch helfende Hände! Für unsere diesjährigen Frühlings-Einsätze haben wir rund 50.000 € für Reisekosten, Mietwagen, Unterkünfte, Ausrüstung und die Luftaufklärung mit Kleinflugzeugen eingeplant. Mit Ihrer Spende können Sie uns direkt unterstützen und dabei helfen, Fallen unschädlich zu machen, gefangene Tiere zu befreien und Wilderer zu überführen– jeder Euro hilft! https://www.komitee.de/de/spenden/ oder https://www.paypal.com/paypalme/forbirds Bleiben Sie während unserer Frühlingseinsätze auf dem neusten Stand und besuchen Sie unseren Vogelschutzblog auf www.komitee.de oder auf unserer Facebookseite oder folgen Sie uns auf Twitter und Instagram unter @CABS_REPORTS.
Vielen Dank und beste Grüße Ihr Komitee-Team
Viele Grüße von Brit
Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
Liebe Natur- und Tierfreunde, bei den Frühlings-Vogelschutzcamps haben wir schon die Halbzeit erreicht: Nachdem die Einsätze auf Malta, in Norditalien und im Libanon schon seit Wochen laufen, fiel am Osterwochenende der Startschuss für die Aktion in Griechenland (Ionische Inseln) und am morgigen Samstag beginnen dann auch die Camps in Süditalien. Hier ist ein kleiner Zwischenstand:
Jagd auf Weißstörche im Libanon: Tausende schwer bewaffnete Wilderer stellen den geschützten Vögeln auf dem Rückweg aus ihren afrikanischen Winterquartieren illegal nach – ihr Brustfleisch gilt als Delikatesse, der gesamte Rest der Tiere wird achtlos weggeworfen. Vor allem im Norden des Zedernstaates gehen die Täter absolut rücksichtslos vor. Innerhalb von etwas mehr als zwei Wochen haben unsere Teams vor Ort mehr als drei Dutzend tote oder schwer verletzte Störche gefunden. Dass es sich dabei nur um die Spitze des Eisbergs handelt, belegen zahlreiche Videos aus dem ganzen Land, die uns über unsere Social-Media-Kanäle zugespielt werden. Unweit Tripoli konnten wir einen Jäger nach dem Beschuss von einem Schwarm mit über 500 Störchen von der von uns gerufenen Polizei festnehmen lassen. Durch die Präsenz unserer Teams, verstärkt durch Mitglieder unserer libanesischen Partner SPNL und MESHC, hat sich die Situation zumindest hier deutlich beruhigt. Erstmals konnte zudem die Verwendung von lebenden Störchen als Lockvögel nachgewiesen werden. Zwei Vögel, die bei Arida auf einem Feld angebunden waren und ihre noch flugfähigen Artgenossen in Schussdistanz der Jäger bringen sollten, konnten bei einem aufwändigen Polizeieinsatz gerettet werden.
Vogelschutzcamp auf Malta - 27 Vogelfänger geschnappt und die Turteltaube im Fokus: In den rund vier Wochen seit Anfang März wurden auf Malta und der kleineren Nachbarinsel Gozo bei gemeinsamen Einsätzen von Komitee-Teams und der maltesischen Umweltpolizei (EPU) 27 Personen beim Fang von geschützten Finken und anderen Zugvögeln überführt. Unsere Recherchen führten bisher zu Beschlagnahmungen von 99 illegal als Lockvögel verwendeten sowie gefangenen Vögeln, 37 Schlagnetzen, 12 elektronischen Lockanlagen und 2 Schrotflinten. Die Fangsaison für Singvögel endet nun langsam, nun konzentrieren wir uns auf den Schutz durchziehender Greifvögel und Turteltauben. Leider hat Malta entgegen EU-Recht erneut die Frühlingsjagd auf Wachteln erlaubt – viele Jäger nutzen die Gelegenheit, um ungeniert auf Weihen, Wespenbussarde und Turteltauben zu schießen. Obwohl die Entscheidung, auch die Turteltaube zur Jagd freizugeben noch nicht gefallen ist, stellen unsere aktuell auf Malta eingesetzten Teams jeden Morgen hunderte Schüsse auf die geschützte Art fest, in einem Fall hat die von uns gerufene Polizei auch einen Vogel sicherstellen können. Die meisten Täter können sich aber sicher sein, unerkannt entkommen zu können. Kontrollen der Jagd durch Behörden haben wir bislang nicht beobachten können.
Vogelfang am Comer See: Ende März konnte ein Komitee-Team die beiden ersten Vogelfänger der Saison in Italien überführen: Ein Mann hatte am Comer See ein Netz sowie mehrere Fangkäfige und Säugetierfallen aufgestellt. Ein zweiter Wilderer wurde östlich von Mailand mit 26 Schlagfallen und einem weiteren Fangnetz erwischt. Rund 30 Vögel konnten lebend befreit werden – darunter Stieglitze, Rotkehlchen und etliche Drosseln. In einem dritten Fall wurde ein Mann unweit von Brescia mit einer illegalen Dachsfalle erwischt.
Aktionen gegen den Vogelfang im Libanon: Zusammen mit unseren Partnern SPNL und MESHC und mit Unterstützung durch die Polizei haben wir Ende März und Afnag April südlich von Beirut insgesamt acht große Fanganlagen für den Singvogelfang stillgelegt. In den Ortschaften Barja und Damour konnten wir an vier Stellen 24 Fangnetze abbauen. Die Täter stellen die bis zu 3 Meter hohen feinen Netze oft mitten zwischen Wohnhäusern in Gärten auf, die gefangenen Vögel – allesamt auch im Libanon geschützt – werden gewinnbringend verkauft und gegessen. Insgesamt konnten wir bei der Aktion mehr als 60 Zugvögel lebendig aus den Netzen befreien, neben vielen Mönchs-, Klapper- und Dorngrasmücken auch Zilpzalpe, Schilfrohrsänger und einen wunderschönen Jerichonektarvogel. An den Folgetagen wurden zwei weitere Netzfanganlagen sowie zwei Fangstellen mit Leimruten abgebaut. Eine Person konnte dabei von der Polizei auf frischer Tat überführt werden.
Artenschutzbrief Nr. 27 erschienen: Wie jedes Frühjahr berichten wir auf 24 Seiten in unserer Vereinszeitschrift über aktuelle Fälle und Ereignisse während der Vogelschutzcamps. In der aktuellen Ausgabe werden die aktuellen Entwicklungen in der italienischen Politik thematisiert, die die die Vogelschutzarbeit vor Ort erschweren. Außerdem wird die massive Manipulation von Lockvögeln für die Vogeljagd thematisiert. Der Rückgang des Vogelfangs auf Zypern und jüngste Erfolgsgeschichten zeigen aber, dass sich Zugvogelschutz lohnt. Falls sie noch kein Fördermitglied sind, können Sie den Artenschutzbrief hier kostenfrei lesen: https://www.komitee.de/media/artenschutzbrief_27_2023.pdf Und sollten Sie Fördermitglied werden wollen – den Antrag gibt´s hier: https://www.komitee.de/media/cabs_-_antr...gliedschaft.pdf
Viele Grüße vom Vogelschutzcamp auf Malta, Alexander Heyd und Lloyd Scott
Viele Grüße von Brit
Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
Liebe Natur- und Tierfreunde, unsere Vogelschutzcamps im Mittelmeerraum sind in vollem Gange, hier erhalten Sie ein Update aus den fünf Einsatzländern entlang der Zugvogelrouten sowie zur Greifvogelverfolgung in Deutschland:
Süditalien – der Vogel des Jahres als Delikatesse? Einer der Schwerpunkte unserer Einsätze in den süditalienischen Regionen Ponza und Palmarola (Lazien), Ischia (Kampanien) und an der Straße von Messina (Kalabrien) liegt auf der Arbeit gegen illegale Schlagfallen, mit denen im Frühjahr vor allem Braunkehlchen und andere Singvögel gefangen werden. Auf der unbewohnten Insel Palmarola haben Mitarbeiter des Komitees fünf Wilderer beim Braunkehlchenfang überführt. Nachdem ausreichend Beweismaterial für eine Polizeiaktion gesammelt wurde, legte die von uns gerufene Umweltpolizei unbemerkt auf der Insel an und konnte einen Wilderer mit einer illegalen (unregistrierten) Jagdwaffe und 13 Schlagfallen auf frischer Tat überführen. Daneben konnten vier von uns beim Aufbau eines Fangnetzes für Singvögel gefilmte junge Männer aufgrund des vorgelegten Videos identifiziert werden und wurden angezeigt. Ein Braunkehlchen konnte fast unverletzt befreit werden.
Französischer Seeadler in Nordrhein-Westfalen von einem Unbekannten abgeschossen Bei dem getöteten Vogel handelt es sich um einen von vier im letzten Jahr am Genfer See (Frankreich) von einem Schutzprojekt ausgewilderten Adlern. Der mit einem GPS-Sender ausgestattete Vogel mit der Kennnummer WF02 wurde am 2. April bei Lembeck (Kreis Recklinghausen) tot von Mitarbeitern des französischen Projekts „Les Aigles du Léman“ geborgen. Dabei fiel auf, dass sowohl der Kopf als auch beide Fänge mit den Kennzeichnungsringen abgetrennt wurden. Eine tierärztliche Untersuchung bestätigte den Verdacht, dass der Adler abgeschossen wurde. Der Fundort liegt im Bereich der Dorstener Straße (L60 in Lembeck. Ob der Fundort auch der Tatort ist, ist derzeit noch unklar. Das Komitee hat gemeinsam mit den französischen Adlerschützern Strafanzeige gegen Unbekannt bei der Staatsanwaltschaft Essen erstattet. Alle vorhandenen GPS-Daten sowie eine umfangreiche Dokumentation wurden an die Staatsanwaltschaft in Essen weitergeleitet.
Libanon: Wilderer schnappen via Social Media Während des Osterwochenendes gab es in Akkar, gelegen im Norden des Libanon unmittelbar an der syrischen Grenze, ein Massaker an Zugvögeln. Über 700 Jäger hatten hier gemeinschaftlich Jagd auf Weißstörche und andere Großvögel gemacht. In den Tagen darauf gab es zahlreiche Posts „stolzer Jäger“ in den Sozialen Medien, die mit den illegal getöteten Tieren posierten, teils mit verbotenen Kriegswaffen wie etwa Kalaschnikows. Mitarbeitende unserer libanesischen Partner SPNL und MESHC haben Facebook und Instagram nach solchen Beiträgen durchsucht, sind Hinweisen aus der Bevölkerung nachgegangen und haben in zahlreichen Fällen Anzeigen erstattet. Wie wir jetzt wissen, konnte die Polizei aufgrund unserer Zuarbeit bereits 10 Täter identifizieren. Die Männer sind nun wegen der Jagd auf geschützte Arten angeklagt. Auch wenn für solche Taten (noch) nur relativ niedrige Geldstrafen verhängt werden, ist die Tatsache der Strafverfolgung an sich ein gutes Zeichen.
Komitee gewinnt Klage gegen Vogeljagd-Verordnung in Norditalien Die neue Regierung in der norditalienischen Region Lombardei hat im letzten Herbst gleich eine ganze Reihe Gesetze und Verordnungen mit dem Ziel erlassen, Jagd und Wilderei zu fördern. Die schwerwiegendste Neuregelung haben wir nun vor dem Verwaltungsgericht gekippt: Die Verordnung besagte, dass lebende Lockvögel für die Singvogeljagd nicht mehr mit geschlossenen Ringen markiert sein müssen, wenn ein Tierarzt bescheinigt, dass die Tiere eine Unverträglichkeit gegen die Ringe haben. Ohne Zweifel hätten hunderte Tierärzte tausenden Jägern eine „Ringallergie“ ihrer Drosseln und Feldlerchen bescheinigt – in der Folge wäre eine Überprüfung, ob die Vögel illegal mit Netzen gefangen worden oder legal gezüchtet wurden, nicht mehr möglich gewesen. Das Gericht war wie wir der Ansicht, dass genau dies das Ansinnen der jagdfreundlichen Regierung gewesen sei. Darüber hinaus haben die Richter bemerkenswerterweise festgestellt, dass der Erhalt der Vögel als gemeinsames Naturerbe einen höheren Stellenwert hat als das private Interesse der Jäger.
Griechenland: Komitee startet neues Vogelschutzcamp auf der Urlaubsinsel Zakynthos Zakynthos ist mit der Lage vor der Westküste Griechenlands ein wichtiger Trittstein für Zugvögel. Berichte über die illegale Frühlingsjagd auf der Insel kursieren seit geraumer Zeit, aber konkrete Informationen waren lange nicht verfügbar. Nun haben wir einen ersten Einsatz auf Zakynthos gestartet und wurden direkt in den ersten Tagen Zeugen gänzlich unkontrollierter Wilderei. Obwohl um diese Zeit in Griechenland, wie überall in der EU, die Frühlingsjagd verboten ist, hört man morgens hunderte Schüsse, die Landschaft ist übersät mit Schießständen für die Turteltaubenjagd, alles liegt voller frischer verschossener Schrotpatronen und Federn geschossener Vögel. Wie den Behörden die wilde Schießerei bislang entgangen sein soll, ist völlig unklar. Unsere Teams sammeln zunächst Informationen und Beweise und versuchen, Polizei und Jagdaufsicht zum Einschreiten zu bewegen – mit Erfolg. Ein Wilderer, der mit Hilfe einer elektronischen Lockanlage drei Pirole geschossen hatte, wurde bereits von der von uns gerufenen Polizei überführt.
Zypern: Hohe Strafen halten Wilderer vom Vogelfang im Frühling ab Im Jahr 2017 wurden auf Zypern hohe Strafen von 8.000 Euro für den Vogelfang während des Frühlings eingeführt. Mittlerweile, sechs Jahre später, zeigen sie Wirkung, denn die Wilderei während des Heimzugs nimmt auf der Mittelmeerinsel kontinuierlich ab. Trotzdem haben unsere auf Zypern stationierten Teams im April zwei Wilderer überführt. Singvögel gelten auf der Mittelmeerinsel als Delikatesse und bringen auf dem Schwarzmarkt einige Euro pro Tier. Beide Vogelfänger dürften also kein gutes Geschäft gemacht haben. Wenn Sie unsere Arbeit gegen den Vogelfang und die illegale Vogeljagd finanziell unterstützen möchten, finden Sie alle nötigen Informationen hier: https://www.komitee.de/de/spenden/,wie Sie selbst aktiv werden, lesen Sie hier: https://www.komitee.de/de/mitmachen/teil...den-einsaetzen/
Viele Grüße vom Vogelschutzcamp auf Ischia, Alexander Heyd und Lloyd Scott
Viele Grüße von Brit
Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
Liebe Natur- und Tierfreunde, Ende Mai sind beinahe alle unsere Komitee-Frühlingscamps abgeschlossen. Mit 16 Vogelschutzcamps und zahlreichen weiteren Einsätzen in sieben Ländern waren wir in diesem Frühling besonders aktiv. Bei unseren Aktionen wurden insgesamt 84 Wilderer überführt und 1.237 Vogelfallen sowie 164 Netze beschlagnahmt. Über 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus neun Ländern waren involviert. Eine kleine Zusammenfassung aus einigen unserer Projektgebiete lesen Sie im folgenden Newsletter:
Das Braunkehlchen im Fokus: 9 Wilderer bei Frühlingseinsätzen in Süditalien überführt Bis Mitte Mai waren vier Komitee-Teams auf Mittelmeerinseln in Latium und Kampanien im Einsatz, um Vogelfänger beim Fang von Singvögeln zu überführen. Das Braunkehlchen, der diesjährige Vogel des Jahres, ist im Frühling eine der am stärksten vom Vogelfang auf den italienischen Inseln betroffene Arten. Unseren Schätzungen nach kann allein in dieser Region von mehreren tausend gefangenen Braunkehlchen ausgegangen werden. Seit dem Start unserer Einsätze im Jahr 1993 ist die Verwendung solcher Fallen deutlich zurückgegangen. In diesem Frühling wurden aufgrund unserer Hinweise von den Spezialeinheiten der Polizei 9 Personen wegen des Vogelfangs oder der illegalen Vogeljagd auf frischer Tat überführt. Dabei haben die Beamten 72 Singvogelfallen sowie 5 Jagdwaffen beschlagnahmt. Ein Mann wurde bereits wegen waffenrechtlicher Verstöße von einem Gericht in Neapel zu einer Haftstrafe auf Bewährung sowie zu einer Geldstrafe in Höhe von 2.300 Euro verurteilt.
Auf zu neuen Ufern: Erstes Vogelschutzcamp in Griechenland Das erste Mal waren im April und Mai zwei Teams für das Komitee in Griechenland im Einsatz. Ziel war die vor der Westküste der Peloponnes gelegene Ferieninsel Zakynthos, von der zahlreiche Berichte über die illegale Frühlingsjagd existieren. Das Ergebnis der Aktion ist alarmierend: Im Frühling gehen hier hunderte Jäger auf die Pirsch nach Turteltauben, obwohl die Jagd auch in Griechenland im Frühjahr verboten ist. Geschossen werden aber auch zahlreiche andere geschützte Arten wie Pirole, die ganz gezielt mit elektronischen Lockanlagen vor die Jagdunterstände gelockt werden. Auch Bienenfresser, Schwalben und Greifvögel werden illegal getötet. Zugvogelabschüsse sind ganztägig überall auf der Insel seh- und hörbar. Unsere Aktiven haben trotz der unübersichtlichen Lage Beweise gesammelt, die Wilderer angezeigt und Polizei ins Gelände gerufen. Das Ergebnis des ersten Einsatzes: Drei Täter wurden in Zusammenarbeit mit der Forstpolizei auf frischer Tat erwischt. Für April 2024 ist das nächste Frühlings-Vogelschutzcamp auf Zakynthos fest eingeplant. Mehr zu unserem neuen Einsatz auf Zakynthos lesen Sie hier: https://www.komitee.de/de/projekte/griec...-auf-zakynthos/
Vogelschutz im Libanon – Rekord von überführten Wilderern im Frühling Auch im Zedernstaat sind unsere Frühlingseinsätze mit unseren Partnern MESHC und SPNL abgeschlossen. In diesem Jahr dokumentierten unsere Teams zum ersten Mal das erschreckende Ausmaß von illegalen Storchenabschüssen im Norden des Landes. Obwohl es sich dabei nur die Spitze des Eisbergs handelt, haben wir im März und April mehr als 30 geschossene oder als Lockvögel verwendete Weißstörche geborgen. Neben diesen Abschüssen konnten bei unseren Aktionen gegen den ebenfalls Vogelfang mit Netzen und Leimruten mehrere Vogelfänger von den Polizeibeamten überführt werden. Mehr als 650 Leimruten, 37 Netze und über 110 Singvögel wurden im Rahmen dieser Einsätze beschlagnahmt bzw. sind befreit worden. Unsere Aktiven haben auch Social Media-Profile ausgewertet, Beweismaterial gesammelt und damit Wilderer angezeigt. Insgesamt wurden während unseres Frühlingseinsatzes mittlerweile 18 Wilderer überführt. Ein neuer Höchstwert im Libanon seit Beginn unserer Anti-Wilderer-Einsätze im Jahr 2017.
Mit Licht und Schatten – Frühlingseinsatz auf Malta beendet Von Anfang März bis Ende April waren 20 Vogelschützerinnen und Vogelschützer auf Malta im Einsatz, um für das Komitee den illegalen Fang von Zugvögeln sowie den Durchzug von Wespenbussarden, Falken und Weihen zu überwachen. Gemeinsam mit der Umwelteinheit EPU konnten wir insgesamt 27 Wilderer beim Fang oder Abschuss geschützter Arten überführen. Dabei wurden 37 Paar Schlagnetze, vier Käfigfallen, 15 elektronische Lockgeräte und zwei Schrotflinten von den Beamten beschlagnahmt. Über 100 frisch gefangene oder als Lockvögel verwendete Tiere wurden befreit. Trotz eindeutiger Verbote ist der Vogelfang mit Klappnetzen im Frühling immer noch weit verbreitet und stellt ein ernsthaftes Problem für den Schutz der betroffenen Arten dar. Anders sieht es beim illegalen Abschuss von Greifvögeln und anderen Großvögeln für Trophäensammlungen aus. Dank der Dauer-Präsenz unserer Teams und unseres lokalen Partners BirdLife Malta an den wichtigsten Rastplätzen konnte die Wilderei dort in den letzten Jahren deutlich zurückgedrängt werden. Dazu beigetragen haben auch die mittlerweile mehr als 100 Verurteilungen von Jägern und Vogelfängern, die in den letzten Jahren auf Basis unserer Beweise erfolgreich vor Gericht angeklagt wurden. Ganz herzlichen Dank an die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, unserer Förderer und Spenderinnen und natürlich auch an die Stiftung Pro Artenvielfalt, die Karl-Kaus-Stiftung für Tier und Natur und den Landesbund für Vogelschutz für die tolle Unterstützung!
Vogelschutz ohne Pause Mit dem Abschluss der Frühlingseinsätze kehrt beim Komitee gegen den Vogelmord keinesfalls Ruhe ein. Ein weiteres Vogelschutzcamp finden in der kommenden Woche in Bozen (Kükenraub aus Nestern für die Vogeljagd mit Lockvögeln) statt, und bereits ab Ende Juli beginnen unsere Einsätze im zweit Halbjahr mit Aktionen auf Malta und in Italien. Wir würden uns freuen, wenn Sie uns mit einer kleinen Spende unterstützen würden. Mehr Infos dazu finden Sie hier: https://www.komitee.de/de/spenden/
Beste Grüße, Alexander Heyd und Lloyd Scott
Viele Grüße von Brit
Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
Liebe Natur- und Tierfreunde, mit dem Ende unseres Einsatzes gegen die Kükendiebe in Südtirol (Italien) ist nun wirklich auch der letzte Frühlingseinsatz abgeschlossen. Jetzt während der Brutzeit gibt es im Mittelmeerraum keine Wilderei, andere Projekte stehen daher aktuell bei uns im Fokus:
Einsatz gegen die Kükendiebe in Südtirol Von Ende Mai bis Mitte Juni waren zwei Komitee-Teams in Südtirol und im Trentino (Norditalien) im Einsatz, um Kükendiebe davon abzuhalten, Nester auszurauben. Die Täter haben es auf Drosseln abgesehen, die in den Obstplantagen in großen Mengen brüten und in den kleinen Spalierbäumen leicht erreichbar sind. Die Küken werden mit Zuchtringen versehen und gelangen so als angebliche Nachzuchten in die Hände von Jägern, die sie als lebende Lockvögel für die Jagd verwenden. Während unseres Einsatzes haben wir zwar keinen Wilderer überführen können, aber Informationen zu den örtlichen Wilderer-Netzwerken gesammelt und der Polizei zur Verfügung gestellt, von Nestraub besonders stark betroffene Obstplantagen und Ortschaften observiert und durch unsere auffälligen Kontrollen etwaige Täter auch schlichtweg abgeschreckt.
Greifvogelverfolgung in Deutschland Es gibt eine ganze Reihe aktueller Fälle illegaler Greifvogelverfolgung – ein vergiftetes Rotmilanweibchen im Siegerland (Nordrhein-Westfalen), einen weiteren vergifteten Milan sowie einen Mäusebussard in der Oberpfalz (Bayern), einen illegal gehaltenen Uhu bei Mainz (Rheinland-Pfalz) und einen Mann, der einen Turmfalken im Raum Kassel (Hessen) im Internet zum Verkauf angeboten hatte. In Peine (Niedersachsen) wurden Ende April ein Rotmilan und ein besenderter Seeadler tot aufgefunden. Das Ergebnis der Untersuchung, die das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) in Auftrag gegeben hat, liegt nun vor – beide Vögel wurden gezielt mit einem verbotenen Insektizid vergiftet. Das Komitee gegen den Vogelmord hat eine Belohnung von 5.000 Euro für Informationen ausgesetzt, die zur Aufklärung des Falls führen. Den Link zu unserer gemeinsamen Pressemeldung mit dem Leibnitz-IZW finden Sie hier: https://www.komitee.de/de/aktuelles/pres...e-lower-saxony/ Mit Unterstützung des Bundesumweltministeriums (BMUV) und des Bundesamts für Naturschutz (BfN) haben wir unsere Broschüre zur illegalen Greifvogelverfolgung komplett überarbeitet und frisch veröffentlicht. Sie können die Broschüre hier als PDF herunterladen: https://www.komitee.de/media/leitfaden_g...olgung_2023.pdf
Weihenschutz im Rheinland Wiesen- und Rohrweihen brüten eigentlich in Wiesen bzw. Schilfgebieten, Getreidefelder reichen den bodenbrütenden Greifvögeln aber auch. Leider liegt der Erntetermin durch den Klimawandel und die verbreitete Verwendung von Wintergetreide heutzutage so früh, dass die Jungen noch nicht ausgeflogen sind, wenn die Ernte beginnt – sie landen vielfach im Mähdrescher. Damit das in der Zülpicher Börde nicht passiert, kartieren Komitee-Mitarbeiter zusammen mit den Kolleginnen und Kollegen der Biologische Stationen in jedem Frühsommer die Bördeflächen im Dreieck Bonn-Köln-Düren und erfassen die Getreidebruten. Bei der Ernte wird dann um die Nester ein 25 x 25 m großer Bereich ausgespart, die Landwirtinnen und Landwirte erhalten schließlich eine Entschädigung von der zuständigen Kreisverwaltung. Ganz aktuell kümmern wir uns um insgesamt sechs Bruten von Rohr- und Wiesenweihen. Das bedeutet in diesen Tagen reichlich Stress, denn aufgrund von Trockenheit und Hitze steht die Gerste kurz vor der Ernte – 2 Wochen früher als sonst!
Viele Grüße aus Bonn Alexander Heyd und Lloyd Scott
Viele Grüße von Brit
Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
Liebe Natur- und Tierfreunde, bei uns ist von Saurer Gurkenzeit keine Spur – mit unserem Weihenprojekt in Deutschland, den Gerichtsverfahren in Malta, den Aktionen gegen den Kükenraub in Italien und dem Stand auf der Vogelmesse in Großbritannien haben wir alle Hände voll zu tun.
Malta: Prozessmarathon – 13 Vogelfänger verurteilt Drei Monate nachdem sie von uns auf frischer Tat erwischt und gefilmt wurden, sind Anfang Juli sechs weitere Wilderer auf Malta zu teilweise empfindlichen Geldstrafen in Höhe von 1.200 bis 2.800 Euro verurteilt worden. Sie waren von uns im März 2023 beim Finkenfang mit Klappnetzen beobachtet worden. Die Komitee-Mitarbeiter, die die Taten dokumentiert und die Polizei alarmierten hatten, wurden als Zeugen gehört. Erst im Juni hatte dasselbe Gericht sieben von uns im Herbst 2022 gemeldete Wilderer zu ähnlich hohen Geldstrafen verurteilt. Dazu kommen mehr als ein Dutzend noch laufende Verfahren gegen Jäger und Vogelfänger, die vermutlich in den nächsten Monaten vor Gericht verhandelt werden.
Deutschland – Jäger wegen Seeadler-Abschuss verurteilt Und noch ein Gerichtsurteil: Ein Jäger aus dem Altmarkkreis Salzwedel (Sachsen-Anhalt) ist wegen der Tötung eines streng geschützten Seeadlers vom Amtsgericht Salzwedel zu einer Geldstrafe in Höhe von 1.800 Euro verurteilt worden. Der Jagdschein des Mannes wurde eingezogen. Die Staatsanwaltschaft Stendal sah es als erwiesen an, dass der Mann den Greifvogel am 24. Februar 2022 mit einem Jagdgewehr in seinem Revier erlegt und zu sich nach Hause genommen hatte. Sein Pech: Durch einen am Adler angebrachten GPS-Sender des Projekts LIFE EUROKITE konnte die Spur des toten Vogels bis zu seinem Wohnhaus verfolgt werden! Das Komitee hatte Anzeige erstattet.
Weihenschutz im Rheinland - 5 Nester gerettet Inzwischen ist die Getreideernte in vollem Gange, die Gerste ist schon fast völlig abgeerntet. Die Nester der am Boden brütenden Rohr- und Wiesenweihen sind jetzt in höchster Gefahr, denn die Jungen sind noch lange nicht flügge und würden im Mähdrescher landen. Zum Glück haben wir die Nistplätze in der Zülpicher Börde im Mai und Juni in einer aufwändigen Suchaktion erfasst und in Absprache mit den Landwirten markiert. Sie lassen nun bei der Ernte um das Nest ein 25 x 25 Meter großes Quadrat stehen, in dem die Weihen ihre Küken in den nächsten Wochen in Ruhe großziehen können. Die Bauern erhalten von der zuständigen Kreisverwaltung eine Ausgleichszahlung für den Ernteverzicht. Zum Schutz vor Prädatoren haben wir in diesen Tagen Elektro-Weidezäune um die Getreidequadrate aufgestellt.
Illegaler Vogelhandel in Italien – 576 Drosselküken sichergestellt Für die Jagd auf Zugvögel werden in Italien große Mengen lebender Lockvögel wie Drosseln oder Feldlerchen gebraucht. Die Vögel sind so begehrt, dass die Nachfrage nicht über Nachzuchten gedeckt werden kann. Viele Vögel werden illegal gefangen oder aus Nestern geraubt. Nach einem Hinweis des Komitees konnten Ende Juni vier Personen aus Polen und Italien von der italienischen Polizei bei Latisana im Friaul (Nordostitalien) auf frischer Tat festgenommen werden. Sie waren grade dabei, 576 aus Polen geschmuggelte Singdrosselküken zu verkaufen. Bei den zwei italienischen Männern handelte es sich um keine Unbekannten - sie wurden bereits vor einigen Jahren mit hunderten gefangenen Vögeln gefasst worden. Komitee-Mitarbeiter haben in den letzten Jahren auch mehrfach in Polen wegen des Vogelfangs recherchiert.
Komitee auf der „Global Birdfair“ Jetzt am Wochenende findet in Rutland in Großbritannien wieder die „Global Birdfair“ statt, die größte Vogelschutz-Messe der Welt. Unter den Dutzenden von Ausstellern – von Naturschutzverbänden und Naturreise-Veranstaltern bis hin zu Fernglas-Herstellern und Tierfotografie-Bedarf – ist auch das Komitee gegen den Vogelmord vertreten. Unser Stand beschäftigt sich in diesem Jahr mit den Vogelschutzcamps auf Zypern und im Libanon. Es werden über 30.000 Besucher erwartet!
Viele Grüße aus Bonn Alexander Heyd und Lloyd Scott
Viele Grüße von Brit
Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
Liebe Natur- und Tierfreunde, die Tage werden wieder länger und viele heimische Zugvögel bereiten sich auf ihre Reise vor oder sind bereits abgezogen. Auch beim Komitee laufen aktuell die letzten Vorbereitungen für die Herbstsaison – für uns die wichtigste Zeit im Jahr.
Italien: Legalisierung gewilderter Lockvögel – die Lombardei öffnet der Singvogel-Wilderei Tür und Tor Die rechtspopulistische und jagdfreundliche Regierung der norditalienischen Region Lombardei hat ein neues Gesetz verabschiedet, das es Jägern noch leichter macht, in der freien Natur illegal mit Netzen gefangene Vögel oder aus Nestern geraubte Küken zu legalisieren. Bislang war es so, dass Feldlerchen und Drosseln, die bei der in Italien immer noch erlaubten Singvogeljagd als Lockvögel eingesetzt werden dürfen, mit geschlossenen und nicht abnehmbaren Ringen markiert sein mussten. Damit sollte sichergestellt werden, dass die ungefähr 300.000 Lockvögel in der Lombardei aus Nachzuchten stammen. Das neue Gesetz – verabschiedet im Juli – öffnet nun zwei riesige Schlupflöcher: Zum einen dürfen die Jäger nun nach eigenem Ermessen und ohne veterinärmedizinisches Gutachten den Lockvögeln die geschlossenen Ringe abnehmen und durch größere, offene Ringe ersetzen, wenn sie der Ansicht sind, der Lockvogel vertrage den geschlossenen Ring nicht. Und – fast noch schlimmer – die Ringe dürfen künftig bis zu 10 % von der Normgröße abweichen. Mit anderen Worten: Die Vögel werden einfach mit zu großen Ringen markiert, die man ihnen nach Belieben anlegen und wieder abnehmen kann! Damit können demnächst fast alle gewilderten Vögel problemlos als gezüchtete Vögel ausgewiesen werden. Das Gesetz ist bereits verabschiedet, eine Klagemöglichkeit besteht nicht. Einziger Lichtblick: Es fehlt noch die Durchführungsverordnung, ohne die das Gesetz nicht in Kraft treten kann. Da wir gegen Verordnungen klagen können, warten wir auf deren Veröffentlichung und werden dann Rechtsmittel beim Verwaltungsgericht in Mailand einlegen.
Mauersegler-Rettung in Spanien Mitglieder des Komitees und von unseren Freunden SOS Vencejos haben in diesem Jahr viele Mauersegler gerettet. Neben den immer heißeren Sommern sind die Gebäudebrüter auch durch den Verlust ihrer Brutplätze bei Sanierungs- oder Abrissarbeiten betroffen. Bei 14 solcher groß angelegten Vorhaben wurden Beschwerden bei den zuständigen Behörden eingelegt. Die Vorhaben wurden schließlich gestoppt und in den Herbst verschoben, dadurch wurden zehn Kolonien mit mehreren hundert Nestern verschont. Außerdem sollen verschlossene Brutplätze mit Nistkästen oder mit extra für die Vögel angelegten Öffnungen kompensiert werden. Ein weiteres ernsthaftes Problem stellen die stetig steigenden Temperaturen in weiten Teilen Spaniens dar. Bei Temperaturen von lokal bis zu 45 °C verlassen viele Jungvögel als Schutz vor Überhitzung vorzeitig ihr Nest und landen oft hilflos auf dem Boden. In diesem Jahr ist es glücklicherweise mehr als 50 lizenzierten Vogelschützerinnen und Vogelschützern in ganz Spanien mit erheblichem Aufwand gelungen, fast 3.000 Vögel (90 % Mauersegler), aber auch Schwalben und andere Singvögel zu retten, aufzupäppeln und wieder freizulassen.
Beginn der Herbst-Einsätze und Vogelschutz-Blog Mit dem Anstieg der Zugaktivitäten starten auch wir in die heiße Phase: Los geht es mit unserem Sommereinsatz in Norditalien, wo sich ab dem 20.08. mehrere Komitee-Teams auf die Suche nach Schlagfallen machen und illegale Abschüsse von Baumpiepern, Gartenrotschwänzen und Trauerschnäppern dokumentieren. Weiter geht es dann im September mit dem Beginn der Herbst-Vogelschutzcamps in Spanien, Malta, Zypern und dem Libanon. Der größte Einsatz im norditalienischen Brescia mit über 50 ehrenamtlichen Vogelschützerinnen und Vogelschützern läuft den ganzen Oktober.
Wir halten Sie wie immer auf den sozialen Medien über unsere Einsätze auf dem Laufenden. Wenn Sie einen Bogen um Facebook, Instagram und Co machen, finden Sie alle aktuellen Infos auch hier auf unserer Homepage in unserem Vogelschutz-Blog: https://www.komitee.de/de/service/vogelschutz-blog/
Beste Grüße aus der Komitee-Geschäftsstelle in Bonn,
Alexander Heyd und Lloyd Scott
Viele Grüße von Brit
Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
in diesen Tagen starten unsere Herbsteinsätze. Über die nächsten drei Monate organisieren wir neun Vogelschutzcamps in den Brennpunkten der Wilderei im Mittelmeerraum. Für die folgenden Einsätze kommen deswegen zahlreiche ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im ganzen Mittelmeerraum zusammen, um Fanggeräte einzusammeln, Vögel aus Leimruten und Netzen zu befreien, Wilderer zu überführen und die lokalen Behörden bei ihrer Arbeit zu unterstützen:
Norditalien: 20.08. – 03.09. Suche nach Schlagfallen und Netze für Trauerschnäpper
Zypern: 02.09. – 19.11. Großes Vogelschutzcamp auf Zypern
Malta: 02.09. – 24.09. Großes Vogelschutzcamp gegen illegale Abschüsse von Zugvögeln
Libanon: 16.09. – 08.10. Vogelschutzcamp im Libanon
Norditalien: 07.10. – 05.11. Großes Vogelschutzcamp zwischen Iseosee und Gardasee
Ost- und Südspanien: 21.10. – 19.11. Vogelschutzcamp in Valencia und Andalusien
Malta: 28.10. – 12.11. Vogelschutzcamp zur Überwachung des Vogelfangs auf Malta
Sardinien (Italien): November, Suche nach Roßhaarschlingen
Malta: 25.11. – 10.12. Überwachung des Fangs von Goldregenpfeifern auf Malta
Allein letzten Herbst haben Komitee-Teams 4.122 Fallen eingesammelt, 217 Wilderern das Handwerk gelegt und 2.347 Vögel aus Netzen, Leimruten oder anderen Fallen gerettet. Die Einsätze werden allein durch Spenden ermöglicht. Setzen auch Sie sich für sichere Zugwege für Zugvögel ein und unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer Spende, jeder noch so kleine Betrag hilft und wird direkt für den Vogelschutz eingesetzt.
Liebe Natur- und Tierfreunde, unser neues Newsletter-System funktioniert noch nicht richtig, deswegen bekommen Sie heute die aktuellen Infos in der alten Form – einfach als Email. Beim Libanon-Einsatz ist nach zwei Wochen die erste Halbzeit vorüber, auf Zypern sind wir nun schon 4 Wochen (von insgesamt 10) aktiv - Zeit für eine kleine Zwischenbilanz.
- Licht und Schatten beim Vogelschutzcamp im Zedernstaat Nach zwei Wochen im Libanon ist es schwer, eine halbwegs übersichtliche Halbzeitbilanz vorzulegen. Die Zustände im Land sind nicht günstig: Der Abschuss geschützter Arten ist weiterhin flächig verbreitet und für die meisten Jäger mangels Ausbildung und Artenkenntnis auch völlig selbstverständlich. Dabei wird weder vor Ortolanen und Schwalben halt gemacht, noch vor Schreiadlern oder Wespenbussarden. Zum Einsatz kommen verbreitet halbautomatische Schusswaffen ebenso wie Kalaschnikows, die auch im Libanon verbotene Kriegswaffen sind. Und die Hügel, Wälder und Gärten erschallen flächendeckend von elektronischen Geräten, von denen der Gesang von Grasmücken, Rohrsängern und Bienenfressern zu hören ist und die die Vögel vor Flinten und in Netze locken. Das alles wäre schwer zu ertragen, wenn es nicht auch Positives zu melden gäbe: So konnten wir den Wilderei-Brennpunkt Eghbe (bei Beirut), wo früher in einer Saison tausende Greifvögel illegal abgeschossen wurden, weiter beruhigen. Zudem stellen wir einen Rückgang des Vogelfangs mit Netzen fest. Hervorzuheben ist auch die bessere Reaktionszeit der Polizei und ein härteres Durchgreifen der Beamten. Besonders erfreulich ist dabei, dass auch im Norden des Landes an der syrischen Grenze, wo wir bislang kaum Polizei-Unterstützung hatten, nun eine bessere Kooperation mit den Sicherheitskräften gelingt. In den ersten zwei Wochen haben wir 7 Wilderer auf frischer Tat erwischt und 6 Fangnetze zerstört, ein gutes Ergebnis. Leider ist die Zahl von unseren Teams gefundener Vögel mit über 300 dramatisch hoch. Alleine 12 Exemplare des hoch bedrohten Schreiadlers haben wir geborgen.
Zypern: Schon 12 Wilderer überführt, Angriff auf Komitee-Mitglieder Auf der Mittelmeerinsel Zypern sieht man dagegen, wie unsere Arbeit für einen besseren Vogelschutz nach 15 Jahren eine echte Wirkung zeigt: Der Vogelfang ist überall auf dem Rückzug, auch wenn es noch viel zu tun gibt. Unsere Teams haben in den ersten vier Wochen der Einstatzes bereits 12 Wilderer (10 Fänger, 2 Jäger) überführt, bei ihnen wurden 12 Netze, fast 400 Leimruten und mehr als 200 tote Vögel sichergestellt. Rund 80 Vögel - vor allem Grasmücken, Rohr- und Waldsänger, aber auch Schwalben und Würger - konnten wir aus Netzen und Fallen befreien. Leider gab es am letzten Samstag einen schweren Zwischenfall, bei dem ein Komitee-Fahrzeug schwer beschädigt wurde: Als Komitee-Mitglieder bei Aradippou eine riesige Fangstelle fanden, wurden sie von den Tätern überrascht. Die Männer blockierten zunächst die Zufahrtstraße, warfen dann die Windschutzscheibe eines Komitee-Fahrzeuges mit einem Stein ein, worauf hin sich ein wilde Verfolgungsjagd anschloss. Erst kurz vor der nächsten Polizeistation ließen sie von uns ab. Zum Glück wurde niemand unserer ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer verletzt. Die größte englischsprachige Zeitschrift des Landes berichtet über den Angriff: https://cyprus-mail.com/2023/09/28/wides...of-enforcement/
Neues Video zeigt illegalen Vogelfang in Spanien Der Vogelfang mit Schlagnetzen ist in Spanien seit 2017 verboten - jedenfalls auf dem Papier. Die Regierungen der Regionen Madrid und Castellon haben sich dazu entschlossen, den Wilderern ein Hintertürchen zu öffnen: Sie dürfen nun wieder Netze zum Fang von Finken benutzen - aber nur, um die Tiere im Rahmen eines "wissenschaftlichen Projektes". Sie sollen prüfen, ob die gefangenen Vögel beringt sind und sie sofort wieder freilassen. Dass sie das natürlich nicht tun und die Vögel lieber auf dem Schwarzmarkt verkaufen, ist jedem klar, aber es war bislang nicht gelungen, das zu beweisen. Vogelschützer aus Argentinien (!) haben nun auf YouTube ein Video mit Aufnahmen versteckter Kameras veröffentlicht. Sie zeigen, wie die angeblichen Wissenschaftler beim Vogelfang ganz ungeniert darüber unterhalten, was sie mit den gefangenen Vögeln machen: Nämlich nicht freilassen, sondern mit nach Hause nehmen. Die Aufnahmen belegen damit erstmals, dass das Projekt ein großer Schwindel ist. Und während europäische Komitee-Mitarbeiter mit solchen Aufnahmen ein Problem mit dem Datenschutz bekommen würden, müssen sich die bislang unbekannten Vogelschützer aus Argentinien um so etwas keine Sorgen machen. Das Video (in spanischer Sprache) sehen Sie hier: https://www.youtube.com/watch?v=1bN3Dm3ngCc
In den nächsten Tagen startet dann auch unser Vogelschutzcamp in Brescia (Norditalien), bei dem wir in 4 Wochen Laufzeit über 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwarten. Regelmäßige Updates zu den Einsätzen können Sie wie immer auf unseren Social Media-Kanälen und natürlich der Komitee-Website verfolgen - der Vogelschutz-Blog ist immer aktuell.
Beste Grüße, Alexander Heyd und Lloyd Scott
Viele Grüße von Brit
Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
derzeit sind elf Komitee-Teams in Italien, Malta, Zypern und im Libanon im Einsatz, um Zugvögel vor Wilderern zu schützen. Überall in unseren Einsatzbereiten haben Wilderer nun Fallen, Leimruten oder Netze präpariert oder gehen mit der Flinte auf die Jagd nach geschützten Arten. Deswegen ist der Oktober für uns der arbeitsreichste Monat des Jahres. Es folgt ein kleines Update: Großes Vogelschutzcamp in Norditalien startet
Im norditalienischen Brescia hat unser großes Vogelschutzcamp begonnen. Bis Mitte November werden rund 30 ehrenamtliche Mitglieder des Komitees in den Bergen zwischen Iseo- und Gardasee nach illegalen Netzen und Fallen suchen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Arbeit gegen die Jagd auf geschützte Vögel – vor allem Buch- und Bergfinken werden hier in den Südalpen immer noch verbreitet illegal geschossen. Mit den von uns gesammelten Informationen und Beweisen werden die zuständigen Behörden versuchen, die Täter zu überführen. Auf diese Art und Weise haben wir in den letzten 25 Jahren die Wilderei in der Region deutlich zurückgedrängt. Eine Vorhut hat vor Beginn des eigentlichen Einsatzes bereits erste Kontrollen durchgeführt und schon ein halbes Dutzend Fangstellen mit insgesamt etwa 120 Schlagfallen, 20 Bogenfallen und 3 Netzen gefunden. Vogelschutzcamp auf Malta
Auf unserem Vogelschutzcamp auf Malta ist es in den letzten Wochen verhältnismäßig ruhig zugegangen. Der Großteil der von unseren Teams bewachten Vogelschwärme konnte die Insel ohne Zwischenfälle verlassen. Da wir leider nicht überall gleichzeitig sein können, wird an abgelegenen Stellen trotzdem weiter auf Greifvögel geschossen. So melden unsere Freunde von BirdLife Malta gleich zwei abgeschossene Fischadler, einen Schwarzmilan, einen Wespenbussard sowie einen Schlangenadler, die alle von skrupellosen Wilderern getötet bzw. angeschossen und anschließend von Spaziergängern gefunden wurden. In einem weiteren Fall wurde ein Schlangenadler kurz vor Erreichen der Küste von einem Boot aus erlegt. Der Zwischenfall wurde von den Kollegen gefilmt und bei der Polizei zur Anzeige gebracht. In den nächsten Tagen geht es auf Malta weiter gegen den Fang von Zugvögeln mit Schlagnetzen.
Neuer Kurzfilm: Tausende Adler und andere Zugvögel im Libanon getötet Das Komitee hat ein Video von seinem Einsatz gegen die Zugvogeljagd im Libanon im September 2023 veröffentlicht. Der Film zeigt, wie unsere Expertinnen und Experten illegale Massen-Abschüsse von Schreiadlern, Schlangenadlern, Zwergadlern, Schwarzmilanen, Kurzfangsperbern, Wespenbussarden, Wiesenweihen, Rohrweihen, Turm- und Baumfalken im Bezirk Akkar (Nördliches Libanongebirge) dokumentieren. Gemeinsam mit der Polizei und mit Unterstützung unserer Partner MESHC und SPNL kehrt das Team einige Tage später zurück. Dabei gelingt es, insgesamt 14 Wilderer zu überführen und zu entwaffnen. Den Kurzfilm können Sie sich hier auf YouTube anschauen: Film ab In Kürze startet auch unser Einsatz gegen den Vogelfang in Spanien, generell laufen unsere Camps noch bis Mitte Dezember. Wenn Sie uns weiterhin auch beim Online-Einkauf unterstützen möchten, dann ist Gooding eine praktische Möglichkeit dazu. Dort sind wir als Komitee gegen den Vogelmord registriert. Lesen Sie auf unserer Webseite, wie Sie uns via Gooding fördern können.
Beste Grüße, Alexander Heyd und Lloyd Scott
Viele Grüße von Brit
Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
Liebe Natur- und Tierfreunde, Mitte November flacht der Vogelzug in vielen Regionen des Mittelmeerraums ab, damit wird auch die Wilderei von Zugvögeln weniger. Unsere ersten Vogelschutzcamps sind abgeschlossen und gerne stellen wir Ihnen hier die Ergebnisse und etwas Statistik vor. Andere Einsätze laufen weiter oder haben grade erst begonnen. Auch bei uns in Mitteleuropa werden immer wieder erschreckende Beispiele von Artenschutzkriminalität aufgedeckt, wie ein Fall aus Bayern zeigt. Zum Schluss empfehlen wir Ihnen noch einen lesenswerten Artikel der Riffreporter zum Thema internationaler Artenschutz und wie dieser durch Jagd und Wilderei gefährdet werden kann. Vogelschutzcamp am Gardasee abgeschlossen – 48 Wilderer überführt
Unser Vogelschutzcamp im norditalienischen Brescia ist nach 5 Wochen zu Ende gegangen. Seit Anfang Oktober haben insgesamt 38 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Europa das riesige Areal zwischen Iseo- und Gardasee abgesucht und dabei über 50 aktive Fangstellen gefunden. Die Polizei konnte aufgrund unserer Hinweise 48 Wilderer überführen. Bei ihnen wurden 477 Schlagfallen, 251 Bogenfallen und 71 Stellnetze gefunden, dazu kommen 14 Flinten und mehrere Dutzend lebende Lockvögel (vor allem Feldlerchen und Drosseln). 18 Personen wurden während der Jagd auf geschützte Arten (v.a. Wiesenpieper) erwischt. Während des Einsatzes kam zu einem Brandanschlag auf das Fahrzeug eines Vogelschützers, bei dem der Wagen völlig ausbrannte. Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Die jagdfreundliche Stimmungsmache der rechtspopulistischen Regierung in Rom führt aber zu einem zunehmend rauen Klima für den Natur- und Vogelschutz.
Gericht verhängt Freiheitsstrafe gegen Jäger aus Bayern Ein Jäger und Tierpräparator aus dem bayerischen Rottal-Inn wurde wegen Verstößen gegen das Bundesnaturschutzgesetz, das Kriegswaffenkontrollgesetz und das Sprengstoffgesetz zu einer Freiheitsstrafe von 14 Monaten verurteilt. Das Verfahren ins Rollen gebracht hatte das Komitee gegen den Vogelmord, dessen Experten der Staatsanwaltschaft Beweise für einen umfangreichen illegalen Handel mit geschützten Vogelarten vorgelegt hatten. Bei einer Hausdurchsuchung hatte die Polizei bei dem 64-jährigen Mann über 4.000 gefrorene oder ausgestopfte Wildtiere sowie illegale Waffen, Munition und Sprengstoffe gefunden. Anti-Wilderei-Einsätze in Katalonien, Alicante und Valencia
Komitee-Teams haben im Osten von Spanien während der letzten vier Wochen insgesamt 13 Vogelfänger überführt. Die Männer hatten in großen, aus Bäumen bestehenden Fanganlagen, (sogenannten „Parany“), rund 1500 Leimruten aufgestellt. Nach unseren Hinweisen wurden von der Umwelteinheit der Guardia Civil (Seprona) neben den Leimruten auch 38 Klappnetze und 19 Stellnetze beschlagnahmt. 29 Vögel wurden von den Beamten freigelassen. Abschluss unserer Aktionen gegen den Vogelfang auf Malta
Seit Mitte September war ein Team aus rund 20 internationalen Vogelschützerinnen und Vogelschützern auf Malta und der kleinen Nachbarinsel Gozo im Einsatz, um den Vogelfang mit Schlagnetzen als auch den Durchzug geschützter Großvögel wie Wespenbussarden oder Rohrweihen zu überwachen. Dabei wurden 20 Wilderer überführt. 26 Paar Schlagnetze und andere Fangutensilien konnten von der Anti-Wilderei-Einheit der maltesischen Polizei beschlagnahmt und 205 illegal als Lockvögel gehaltene oder frisch gefangene Vögel freigelassen werden, darunter Finken, Singdrosseln und Goldregenpfeifer. Ein lesenswerter Artikel der Riffreporter beschreibt eindrücklich, wie maltesische Jäger und Wilderer die großen Anstrengungen für den Erhalt gefährdeter und geschützter Arten gefährden, indem sie sich über geltendes Recht hinwegsetzen. Der Artikel ist unter diesem Link auf der Seite der Riffreporter zu finden: https://www.riffreporter.de/de...
Zu guter Letzt Obwohl die meisten unserer Herbsteinsätze nun abgeschlossen sind, dauern Komitee-Vogelschutzcamps in Südspanien und auf Zypern noch an. Einen weiteren Einsatz gegen den Fang von Goldregenpfeifern auf Malta ist in Planung. Im nächsten Newsletter berichten wir dann auch über die Ergebnisse dieser Einsätze.
Beste Grüße, Alexander Heyd und Lloyd Scott
Viele Grüße von Brit
Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
Liebe Natur- und Tierfreunde, nach dem Abschluss unserer Hauptcamps bereits Anfang des Monats sind nun auch unsere ereignisreichen Vogelschutzcamps in Spanien und auf Zypern zu Ende gegangen. Es folgen kurze Berichte über die Aktionen und Ergebnisse:
Seit Mitte September waren mehr als 20 Ehrenamtliche bei unserem Einsatz aktiv und haben damit die gesamte Zugzeit auf der Mittelmeerinsel abgedeckt. An den 90 von uns entdeckten Fangstellen konnten 41 Wilderer überführt werden, dazu kommen 21 erwischte Jäger, die entweder illegal auf geschützte Vögel geschossen oder verbotene Lockanlagen in Betrieb hatten. Die Polizei hat mit unserer Hilfe 1.602 Leimruten, 70 Fangnetze und 119 elektronische Lockgeräte sichergestellt. Aus den Fanggeräten haben wir die stolze Summe von 862 Vögel befreit. Es war mit 85 Einsatztagen nicht nur das mit Abstand längste Vogelschutzcamp der Saison, sondern auch das gefährlichste: Bei einem Dutzend schwerer Zwischenfälle wurden mehrere Natur- und Tierfreunde verletzt und zwei Komitee-Fahrzeuge beschädigt. Bis Weihnachten wird ein Team weiterhin Fangstellen kontrollieren, denn nun stellen die Wilderer den auf Zypern überwinternden Drosseln nach, allerdings nur in geringem Umfang. Im Januar startet dann unser Wintereinsatz auf Zypern. In der englischen Zeitung "Daily Mirror" ist in der letzten Woche ein ausführlicher Bericht über unseren Einsatz auf Zypern erschienen: https://www.mirror.co.uk/news/...
Vogelschutzcamp in Südspanien beendet
Vogelschutzcamp in Südspanien beendet: - Fin de la caza furtiva! Während des „neuen“ Vogelschutzcamps in Andalusien, das nun zum zweiten Mal stattfand, haben Komitee-Teams aus spanischen und italienischen Vogelschützerinnen und Vogelschützern 6 Wilderer mit der Polizei überführt. Zwischen Sevilla und der Straße von Gibraltar wurden insgesamt 218 Schlagfallen, 4 Sets Schlagnetze von den Beamten abgebaut sowie 24 Vögel freigelassen. Wir bedanken uns bei der Guardia Civil, Guardia Civil (SEPRONA), den lokalen Umwelteinheiten (UPROMA), und den Umweltagenten der Region Andalusien für ihre professionelle und proaktive Arbeit.
11 Zugvogeljäger im Piemont überführt
Im Nordwesten Italiens hat ein Komitee-Team gemeinsam mit den Carabinieri und den Jagdaufsehern einen viertägigen Anti-Wilderei-Einsatz durchgeführt. Dort ist die Zugvogeljagd weniger weit verbreitet als z. B. in der östlich gelegenen Lombardei, dennoch wurden in privaten Jagdreservaten in den Provinzen Biella und Vercelli nun Jäger beim Abschuss geschützter Arten und der Verwendung von verbotenen elektronischen Lockgeräten erwischt. Vor allem aus Bergamo und Brescia reisen meist finanzkräftige Gastjäger an, die täglich mehrere hundert Euro zahlen, um in der Tieflandregion ungestört Drosseln und Feldlerchen zu schießen. Die überführten Männer hatten geschützte Berg- und Buchfinken genauso wie Rohrammern und Wiesenpieper geschossen, sowie über Lautsprecher Drossel- und Lerchenrufe abgespielt. 11 Lockgeräte, mehrere Schrotflinten und alle Vögel wurden von den Beamten beschlagnahmt. Weitere gemeinsame Einsätze im Piemont sind geplant.
Komitee lässt internationalen Vogelschmugglerring auffliegen
Nach dreijährigen Recherchen des Komitees hat die Polizei im polnischen Danzig einen polnisch-italienischen Vogelfängerring ausgehoben. Der Haupttäter, ein 54jähriger Italiener, hatte jahrelang eine riesige Fanganlage mit bis zu 33 Netzen auf einem Bauernhof bei der Hafenstadt betrieben und die gefangenen Vögel zusammen mit polnischen Helfern über Tschechien und Österreich nach Italien geschmuggelt. Mit gefälschten und manipulierten Zuchtringen wurden die Tiere - seit dem Jahr 2020 wohl mehr als 3.000 Vögel - an Jäger verkauft, die sie als lebende Lockvögel bei der Zugvogeljagd einsetzten. Das Komitee hatte bereits vor drei Jahren Hinweise dazu bekommen und hat seitdem verdeckt vor Ort recherchiert. Mit den gesammelten Beweisen und in enger Kooperation zwischen der polnischen Umweltpolizei ECO Specialist Rescue Unit und den italienischen Carabinieri-Forestale haben Polizeibeamte bei einer Razzia vor zwei Wochen den Italiener festgenommen und insgesamt 456 Vögel sichergestellt. Ein italienischer Experte des Komitees war als Gutachter dabei. Unsere Pressemeldung zu diesem besonderen Fall finden Sie hier auf unserer Webseite: https://www.komitee.de/de/aktu...
In diesem Sinne wünschen wir Ihnen eine schöne Vorweihnachtszeit!
Beste Grüße, Alexander Heyd und Lloyd Scott
Viele Grüße von Brit
Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
Liebe Natur- und Tierfreunde, das Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Mit unserem Tätigkeitsbericht möchten wir sowohl auf die letzten Monate zurückblicken als auch mit unserem Terminkalender einen Ausblick auf das Jahr 2024 geben.
Tätigkeitsbericht 2023: 314 überführte Wilderer bei Komitee-Einsätzen In diesem Jahr haben wir 29 Vogelschutzcamps mit rund 220 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in neun Ländern durchgeführt. Insgesamt haben wir dabei 1.583 Vogelfallen, 437 Netze, 4.102 Leimruten und 80 Schrotflinten abbauen können, bzw. wurden von den Behörden beschlagnahmt. 314 Wilderer wurden wegen des illegalen Vogelfangs, dem Abschuss von geschützten Arten überführt. Mehr als 2.830 Vögel konnten bei diesen Aktionen von unseren Aktiven befreit werden. Eine Übersicht über unsere Aktivitäten im Jahr 2024 finden Sie im Tätigkeitsbericht auf unserer Webseite.
Einsatzplan für 2024 steht Gemeinsam mit unseren Partnerverbänden in Italien, Spanien, Frankreich, auf Malta und Zypern und im Libanon führen wir auch im Jahr 2024 wieder zahlreiche Aktionen durch. 23 von bisher 30 geplanten Einsätzen sind bereits terminiert. Einen Blick auf unseren Einsatzkalender finden Sie hier.
Für vier italienische Wilderer wird die Vorweihnachtszeit etwas weniger besinnlich Ein Team des Komitees gegen den Vogelmord hat in den letzten Tagen in den Südalpen zwischen Lago Maggiore und Gardasee vier Wilderer überführt. Drei der Männer hatten Fallen für Singvögel aufgestellt, ein Jäger war mit einem verbotenen elektronischen Lockgerät auf der Vogelpirsch. Beamte der lokalen Umwelteinheiten der Carabinieri haben 21 Fangkäfige, 20 Schlagfallen, 5 kleine Schlagnetze und die Lockanlage sichergestellt. 22 Vögel konnten befreit werden - 15 Stieglitze, drei Erlenzeisige, zwei Girlitze sowie je ein Eichelhäher, Kernbeißer und - sehr ungewöhnlich – einen Zitronenzeisig! Unsere Kontrollen in Norditalien gehen noch bis Weihnachten weiter.
Sardinien: Letztes Vogelschutzcamp des Jahres In den Wäldern im Süden der italienischen Mittelmeerinsel Sardinien werden bis heute Rosshaarschlingen zum illegalen Vogelfang verwendet. Die brutalen Fallen – heute eher aus Nylon statt aus Pferdehaaren hergestellt – funktionieren nach dem Prinzip eines Galgens: Die Vögel verheddern sich mit dem Hals in der feinen Schlinge, die sich beim Fluchtversuch zuzieht und das Tier stranguliert. Gefangen werden vor allem Singdrosseln, Rotkehlchen und Mönchsgrasmücken, die auch als Festtagsspeise begehrt sind. Netze sind auch im Einsatz, ebenso wie Drahtschlingen zum Fang von Wildscheinen und Sardischen Hirschen (einer gefährdeten Unterart des Rothirsches). Die jetzt eingesetzten Komitee-Teams werden bis Weihnachten rund um die Hafenstadt Cagliari nach den verbotenen Fallen suchen. Die Ergebnisse werden aus strategischen Gründen von uns erst um die Jahreswende veröffentlicht.
Uhufreilassung nach Abschuss mit Luftgewehr bei Bonn Mitte September hat ein Landwirt in Wachtberg – keine 15 Kilometer von der Geschäftsstelle des Komitees entfernt – einen verletzten Uhu gefunden und uns gemeldet. Ein Kollege der NABU Bonn hat das Tier geborgen und zur Auffangstation der Bergische Greifvogelhilfe nach Rösrath (bei Köln) gebracht. Dort stellte sich heraus, dass der geschützte Vogel mit einem Luftgewehr abgeschossen wurde. Von dem Täter fehlt leider jede Spur, so dass unsere Strafanzeige ins Leere lief. Die Geschichte hat aber ein gutes Ende, denn obwohl geschossene Vögel vielfach an den Verletzungen oder späteren Infektionen sterben, hat dieser Uhu überlebt und konnte letzte Woche unweit des Fundortes wieder ausgewildert werden. Danke an die Kollegen beim NABU und bei der Auffangstation!
Ihr Beitrag für einen besseren Zugvogelschutz Ohne Ihre Unterstützung wären unserer Aktionen für einen besseren Zugvogelschutz in Europa nicht vorstellbar. Reisekosten, Mietwagen, Unterkünfte und Ausrüstung finanzieren wir ausschließlich über Ihre Spenden. Wir würden uns deswegen freuen, wenn Sie uns auch künftig weiter fördern würden! Unsere Spendenkonten, einen Antrag auf Fördermitgliedschaft, das Lastschriftverfahren oder unseren PayPal-Account finden Sie hier: https://www.komitee.de/de/spenden/
Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung im Jahr 2023, schöne Weihnachtstage und einen guten Start ins neue Jahr wünschen,
Alexander Heyd, Lloyd Scott, und das gesamte Komitee-Team
Viele Grüße von Brit
Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)