Wer auf einer Norwegenkreuzfahrt schon mindestens um 06:00 Uhr aufsteht, hat nicht nur die Chance spektakuläre Fjordeinfahrten zu erleben, ...
... sondern kann vielleicht auch den Lotsen begrüßen - allerdings ohne Handschlag (wegen Corona).
Die Einfahrt in den Geirangerfjord in Richtung Ålesund gehört zu den schönsten Momenten solcher Reisen. Das Licht bei Sonnenaufgang tut ein Übriges.
Wir wollen uns nicht beschweren, eine Reise mit einer Mein Schiff ist schon toll, aber eine Kreuzfahrt mit einem Expeditionsschiff der Hurtigrouten wäre noch eine Steigerung - allerdings auch preislich.
Entlang der Sunnmøre Alpen erreichen wir Ålesund, ...
... die schönste Stadt Norwegens (O-Ton der Norweger).
Während unsere Mitreisenden auf Landgang sind, machen wir es uns wieder an Bord gemütlich.
Die Innenstadt wurde 1904 durch einen verheerenden Brand fast komplett zerstört - ausgelöst durch eine umgekippte Petroleumlampe in einer Margarinefabrik. Mit deutscher Hilfe wurde sie wieder aufgebaut, diesmal aus Stein.
Moderne Häuser prägen aber jetzt das Stadtbild.
Wir hatten mal wieder die Qual der Liegenwahl.
Im Hintergrund ist der 189 Meter hohe Hausberg von Ålesund, der Aksla, zu erkennen. 418 Stufen führen bis zu dem Aussichtspunkt. Dass man ihn auch mit dem Auto "erklimmen" kann, erwähne ich dem Umweltschutz zuliebe aber nicht.
Obstsalat zum Nachtisch - à la X-Lounge: Auch wenn jeder weiß, um was es sich hier für Früchte handelt, ...
Anschließend noch ein kleines Dessert, ..
... zu dem natürlich ein Kaffee nicht fehlen darf.
Dazu noch dieser Ausblick ... einfach perfekt.
Die Fridtjof Nansen hat Besuch vom Schwesterschiff oder korrekter gesagt, vom Bruderschiff Otto Sverdrup bekommen.
Hier sitzt man zum Essen zwar nicht sehr bequem, hat aber eine ungestörte Fernsicht:
So wie der 1. Teil begonnen hat, wird der folgende 3. Teil enden - mit Sonnenbildern.
Ab hier wird es teuer, hier endet all included - das Bordkonto kommt zum Einsatz, abgebucht wird später.
Herzstück von diesem Bereich im Bug ist die Große Freiheit.
Das Essen mag zwar noch besser sein als in den Atlantik-Restaurants ist aber sündhaft teuer. Zu trinken gibt es Spitzenweine anstatt Hausmarke, oder das gleiche Flaschenbier wie im all included-Bereich - aber gegen Bezahlung.
Ganz "umsonst" gab es dann im Atlantik-Klassik als Hauptgericht ein Osso buco. Selten so einen leckeren Knochen mit Loch" gegessen. Besser könnte er in der Große Freiheit auch nicht schmecken.
Rechtzeitig zur Abfahrt, konnten wir von unserer Kabine aus das "Nachtleben" von Ålesund bestaunen.
Hier konnte man schon erahnen, was auf uns zu kommt.
Das Wetter hatte sich sehr gebessert, sodass es sich lohnte, einen kleinen Landgang zum Storfossen Wasserfall zu machen. Parallel zu ihm kann man auf einen sehr gut ausgebauten Treppenweg entlanglaufen.
Der Blick von oben auf den Geirangerfjord ist trotz dieses "fürchterlichen" Kreuzfahrtschiffes atemberaubend.
Kaum oben angelangt, ging es auch schon wieder zurück.
Heidi erwartete mich schon auf dem Balkon (roter Pfeil).
Weit war der Weg zurück zur...
... X-Lounge, wo uns diese leckere Lasagne erwartete.
Anschließend ging es dann zum Relaxen in den Ruhepol, einer Bar & Lounge auf Deck 12.
Für unsere "Rückfahrt" muss erst einmal der Seawalk zurückgefahren werden. In dem folgenden Video zeigen wir im dreifachen Zeitraffer die Prozedur. https://www.youtube.com/watch?v=PoIjox7hAK4&t=4s
Schiffe, die mit dem Seawalk verbunden sind, können ja nicht an der Kaimauer festgemacht werden. Sie werden an einer "künstlichen Insel", die mit dem Fjordgrund verankert ist, "an die Leine genommen".
Um sie dort fest- und wieder loszumachen, treten diese kleinen Vakbats in Aktion.
Dann kann es losgehen.
Mit den letzten Sonnenstrahlen ...
... passierten wir die zahlreichen Wasserfälle, die wir auf der Hinfahrt nicht sehen konnten.
Dann erreichten wir die Sieben Schwestern - sieben direkt nebeneinander in den Fjord stürzende Wasserfälle.
Einer der Höhepunkte jeder Geirangerfjordfahrt ist an dieser Stelle ein 360°-Turn auf dem engen Fjord. Mit einem Auto dauert ein 360°-Turn ungefähr 1 Sekunde, mit der Mein Schiff 1 aber 9 Minuten. Darum zeigen wir das folgende Video im dreifachen Zeitraffer: https://www.youtube.com/watch?v=Ug-T_3llEBY&t=3s
Geschafft, es geht nach Hellesylt um dort die Landgänger von ihrer Tagestour dort abzuholen.
Anstatt in Hellesylt unsere Mitreisenden zu begrüßen, entschlossen wir uns lieber dazu:
In unserer Kabine wurden in der Zwischenzeit unsere frischen Handtücher bereitgelegt.
Rund 60 000 Kraniche rasten mittlerweile in Linum - höchste Zeit für einen Kurztrip. Kurz vor Linum die Ersten von ihnen.
Wir verkürzten unsere Wartezeit in einem Landgasthof mit einem leckeren Eisbecher und beobachteten dabei die zahlreichen Schmetterlinge auf dem Sommerflieder, auch Schmetterlingsstrauch genannt.
Korrekt vor dem Verbotsschild haben wir dann unser "Tarnzelt" aufgebaut, um den "Einzug der Gladiatoren" zu beobachten.
Und da kommen sie auch schon - die Kraniche.
Zurück auf den Boden der Tatsachen.
Allee des Jahres 2011 - Sie führt direkt nach Linumhorst, von wo man auch ganz gut die Kraniche beobachten kann.
Hier fanden wir auch kleinere Kranichgruppen.
Der Sammelplatz, von hier fliegen sie dann zu ihren Schlafplätzen, gleich hinter der Baumreihe.
Darf natürlich nicht fehlen - ein Sonnenuntergang mit Kranichen.
Die Sunnmore Alpen, so schlecht kann Wetter gar nicht sein, um nicht von diesem Anblick fasziniert zu sein.
Aber der Reihe nach. Auf der Fahrt nach Molde wird Frühaufstehern dieses Erlebnis geboten. Entlang der Schäreninseln am Nordufer des Moldefjord geht es dorthin.
Das Scandic Seilet Hotel - wir haben Molde erreicht.
Der Ort ist ein guter Ausgangspunkt für interessante Landgänge, die wir aber schon auf einer früheren Kreuzfahrt absolviert haben.
Also blieben wir wieder an Bord und beobachteten unter anderem diese Fähren, die im halbstunden Takt von Molde nach Furneset ferjekai auf der gegenüberliegenden Fjordseite fahren. Sie schließt damit die Lücke der E39 und erspart einem einen großen Umweg zu Lande.
Anstelle von Altstadt bietet Molde moderne Wohnanlagen als Fotoobjekt.
Das Wetter erinnerte bei der Abfahrt aus Molde an das Wetter von der Hinfahrt. Entsprechend auch die Bilder. Hier zeigt sich auch der größte Nachteil einer Kreuzfahrt, ganz besonders bei einer Norwegenfahrt entlang der traumhaften Küstenlandschaften. Man fährt fast ausschließlich zwischen 18:00 Uhr und 06:00 Uhr und hat kaum mal Tageslicht für ein paar "vernünftige" Bilder. Wer die Ausfahrt genießen will, der muss notgedrungen auf das Abendessen ab 18:00 Uhr verzichten oder aber das Glück haben im Restaurant einen der wenigen Fensterplätze zu bekommen. Aber schön ist es trotzdem!
So sah es zwischen 08:00 Uhr und 17:00 Uhr wettermäßig in Bergen aus - ganz normal. Kaum zu glauben, dass wir bei einer anderen Kreuzfahrt Bergen in voller Sonne erlebt haben.
Während sich die anderen auf den Landgängen das echte "Bergenfeeling" holten, beobachteten wir an Bord das "rege Treiben der Daheimgebliebenen".
Zurück in der trockenen und warmen Kabine ein Wiedersehen mit alten Bekannten (Schiffen). Ihre Anlegemanöver konnten wir schon auf einer früheren Reise beobachten.
Die Magne Viking, ein sogenannter Ankerziehschlepper. Sie ziehen (brechen) von anderen Schiffen, zum Beispiel Rohrlegern, die Anker, die sehr fest und tief in den Meeresgrund eingearbeitet sind, heraus. Genaueres bitte bei Wikipedia nachlesen.
Er strotzt regelrecht vor Kraft.
Das sieht schon friedlicher aus.
Kurz vor dem Auslaufen noch das ganze Wetterelend als Panoramen:
Der Abschied von Bergen fiel nicht allzuschwer. Hätten wir diesen Ort nicht schon bei Sonne gesehen, wären wir bestimmt trauriger gewesen. Aber so ... genossen wir einen ruhigen Tag an Bord und die Abfahrt.
Hier noch einmal die Magne Viking.
Die ehemalige Sternwarte von Bergen
Offshore Schiffe - sie werden unter anderem für die Versorgung von Bohrinseln eingesetzt.
Tümmler Steuerbord - diese kurze, prägnante Lautsprecherdurchsage von unserem Kapitän brachte "Leben in die Bude". Ich schnell gegoogelt, wo Steuerbord ist und dann raus auf den Balkon - doppeltes Glück, Steuerbord ist rechts und unsere Kabine auch! Ergebnis: Ein kurzes, aber tolles Erlebnis, das für 2 zeigenswerte Fotos reichte - der Rest landete in den Papierkorb.
Über 7 Brücken sollst du gehen (Karat) - oder unter einer hindurchfahren. Wir taten Letzteres mit der Askøy Brücke.
Größte Spannweite 1057 Meter - Durchfahrtshöhe 63 Metern - Höhe der Brückenmasten 152 Meter. Bis 2013 die längste Hängebrücke Norwegens.
Wir hatten schon befürchtet, dass wir bei dem Nebel das Restaurant nicht finden würden.
Glück gehabt - sogar beide gefunden - oben das Mediterran und darunter das Klasssik ...
Kraniche --> 2021 --> Berliner Umland - 17.10.2021
Nach den "Flugbildern" aus Linum, wieder auf dem Boden der Tatsachen. An verschiedenen Stellen fanden wir zahlreiche Kraniche bei ihrer Hauptbeschäftigung: Fressen für den Weiterflug in die Winterquartiere.
Ein ganz seltener Schnappschuss: ein "Vierflügler" :D . Keine Bildmontage!!!